Geschäftsmodell

Die NORMA Group ist ein internationaler Markt- und Technologieführer für hochentwickelte und standardisierte Verbindungs- und Fluid-Handling-Technologie. Mit ihren 26 Produktionsstandorten und zahlreichen Vertriebsniederlassungen verfügt die Gruppe über ein globales Netzwerk, über das sie mehr als 10.000 Kunden in über 100 Ländern beliefert. Zum Produktportfolio der NORMA Group zählen mehr als 40.000 qualitativ hochwertige Verbindungsprodukte und -lösungen für zahlreiche industrieübergreifende Anwendungen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf innovativen Lösungen für zukunftsträchtige Endmärkte mit einem Fokus auf die Bereiche Wassermanagement (Water Management), Industrieanwendungen (Industry Applications) sowie Mobilität und neue Energien (Mobility and New Energy). Mit ihren Produkten und Lösungen unterstützt die NORMA Group ihre Kunden und Geschäftspartner aktiv dabei, auf wesentliche globale Megatrends wie den Klimawandel und die zunehmende Ressourcenknappheit zu reagieren. Eine hohe Kundenzufriedenheit bildet dabei das Fundament des nachhaltigen Erfolgs der NORMA Group. Ausschlaggebend dafür sind die kundenspezifischen Systemlösungen des Unternehmens sowie die globale Verfügbarkeit der Produkte bei zugleich verlässlicher Qualität, Liefertreue und einem starken Markenimage.

Organisationsstruktur

Rechtliche Unternehmensstruktur

Die NORMA Group SE ist die Muttergesellschaft des NORMA-Group-Konzerns. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Maintal, in der Nähe von Frankfurt am Main in Deutschland. Die NORMA Group SE fungiert als gesellschaftsrechtliche Holding der Gruppe. Sie ist für die strategische Führung der Geschäftsaktivitäten verantwortlich. Darüber hinaus ist sie unter anderem für die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, Recht und M&A sowie Compliance, Risikomanagement und die Interne Revision zuständig.

Konzernübergreifende Zentralfunktionen wie beispielsweise die Informationstechnologie (IT), das Treasury, das Group Accounting und das Group Controlling sind in der NORMA Group Holding GmbH, einer 100%igen Tochtergesellschaft der NORMA Group SE, ebenfalls mit Sitz in Maintal, angesiedelt. Drei regionale Management-Teams mit Sitz in Auburn Hills (USA), Maintal (Deutschland) und Singapur übernehmen für die drei Regionen Amerika (Nord-, Mittel- und Südamerika), EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) und Asien-Pazifik (APAC) spezifische Holding-Aufgaben.

Die NORMA Group SE ist zum 31. Dezember 2021 direkt oder indirekt an 50 Gesellschaften beteiligt, die zum NORMA-Group-Konzern gehören und voll konsolidiert werden.

Im Geschäftsjahr 2021 waren keine gesellschaftsrechtlichen Änderungen zu verzeichnen.

Konzernführung

Die NORMA Group SE verfügt über ein duales System aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung und wird vom Aufsichtsrat beraten und überwacht. Im Geschäftsjahr 2021 kam es zu den nachfolgenden personellen Veränderungen im Aufsichtsrat.

Der Aufsichtsrat der NORMA Group SE setzt sich satzungsgemäß aus sechs von den Aktionär:innen auf der Hauptversammlung gewählten unabhängigen Mitgliedern zusammen. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Günter Hauptmann, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende ist Erika Schulte. Für die Position im Aufsichtsrat, die mit der Amtsniederlegung durch Herrn Lars Berg zum 31. August 2020 vakant geworden war, konnte im Geschäftsjahr 2021 Miguel Ángel López Borrego gewonnen werden. Der Antrag auf gerichtliche Bestellung von Herrn López in den Aufsichtsrat der NORMA Group wurde am 3. März 2021 gestellt. Auf der Hauptversammlung am 20. Mai 2021 wählten die Aktionär:innen Herrn Lopez in den Aufsichtsrat der NORMA Group SE. Herr López ist zudem seit dem 1. April 2021 Mitglied des Prüfungsausschusses.

Herr López leitet als CEO der Siemens S.A. in Madrid die spanischen Aktivitäten von Siemens. Zudem sitzt er seit 2018 dem Board of Directors der Siemens Gamesa Renewable Energy S.A. vor, einem börsennotierten Hersteller von Windkraftanlagen im spanischen Zamudio. Herr López verfügt über internationale Industrieerfahrung in den Bereichen Automotive und Neue Energien sowie umfassende Expertise im Finanzbereich.

Detaillierte Informationen zur Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie deren Aufgabenverteilung untereinander können dem Corporate-Governance-Bericht entnommen werden, der Teil des vorliegenden Geschäftsberichts ist. Der Corporate-Governance-Bericht beinhaltet die nach § 289f HGB und § 315b abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung, inklusive der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG, eine Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken. Darüber hinaus ist auch die gemäß dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz offenzulegende Erklärung zu dem Diversitätskonzept ein wesentlicher Bestandteil des CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHTS, der Teil dieses Geschäftsberichts sowie auf der Unternehmenswebsite unter WWW.NORMAGROUP.COM zu finden ist. Detaillierte Informationen über die Entwicklung der nichtfinanziellen Kennzahlen sind im CR-BERICHT enthalten, der ebenfalls Teil des vorliegenden Geschäftsberichts ist.

Operative Segmentierung nach Regionen

Die Strategie der NORMA Group ist unter anderem auf regionale Wachstumsziele ausgerichtet. Um diese zu erreichen, wird das operative Geschäft in den drei Regionalsegmenten EMEA, Amerika und Asien-Pazifik geführt. Alle drei Regionen verfügen über vernetzte regionale und unternehmensübergreifende Organisationen mit unterschiedlichen Funktionen. Aus diesem Grund ist das gruppeninterne Berichts- und Kontrollsystem des Managements stark regional geprägt. Im Vertriebsservice werden regionale und lokale Schwerpunkte gesetzt.

Produkte und Endmärkte

Zwei komplementäre Vertriebswege

Die NORMA Group beliefert ihre Kunden über zwei Vertriebswege:

Engineered Joining Technology – EJT: direkt an Erstausrüster

und

Standardized Joining Technology SJT: über Großhändler und Handelsvertreter

Die beiden Vertriebswege unterscheiden sich hinsichtlich des Spezifikationsgrades der Produkte, überlappen sich jedoch in der Produktion und Entwicklung. Dies ermöglicht Kostenvorteile und gewährleistet zugleich Qualitätssicherheit.

Der Bereich Engineered Joining Technology (EJT) beinhaltet hochentwickelte, auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden zugeschnittene Verbindungstechnologie und zeichnet sich insbesondere durch enge Entwicklungspartnerschaften mit Erstausrüstern (Original Equipment Manufacturer, OEM) aus. Dabei arbeiten die zentralen Entwicklungsabteilungen und lokalen Entwickler:innen (Resident Engineers) der NORMA Group während mehrjähriger Projektphasen gemeinsam mit dem Kunden daran, Lösungen für spezifische industrielle Herausforderungen zu entwickeln. Aufgrund der beständigen Kundennähe im EJT-Bereich erlangen die Ingenieur:innen der NORMA Group ein umfassendes Wissen und Verständnis für die unterschiedlichen Herausforderungen ihrer Endmärkte und -kunden. Dadurch generieren sie für die Kunden einen deutlichen Mehrwert und leisten einen Beitrag zu deren wirtschaftlichem Erfolg. Das Ergebnis dieser Entwicklungskooperationen sind ganzheitliche Produkt- oder Systemlösungen, die sowohl die Ansprüche der Kunden an Effizienz und Leistungsfähigkeit erfüllen als auch Aspekte wie Gewichtsreduktion und kurze Montagezeiten berücksichtigen.

Zu dem EJT-Bereich gehört das strategische Geschäftsfeld Mobility and New Energy (Mobilität und Neue Energien). Der Teilbereich Mobility gliedert sich wiederum in die beiden Endmärkte Light Vehicles (Pkw) und Heavy Vehicles (Nutzfahrzeuge und Baumaschinen). Im Teilbereich New Energy sind zahlreiche Anwendungen für die nachhaltige Energiewirtschaft, zum Beispiel innovative Lösungen für die Elektromobilität und regenerative Energien zusammengefasst.

Über den Bereich Standardized Joining Technology (SJT), der die beiden strategischen Geschäftsfelder Water Management (Wassermanagement) und Industry Applications (Industrieanwendungen) beinhaltet, vermarktet die NORMA Group ein breites Portfolio qualitativ hochwertiger, standardisierter Markenprodukte. Dazu zählen unter anderem zahlreiche Lösungen in den Bereichen Regenwassermanagement und Landschaftsbewässerung sowie Verbindungskomponenten für Infrastrukturlösungen im Wasserbereich. Dabei nutzt das Unternehmen neben dem eigenen globalen Vertriebsnetz auch Handelsvertreter, Händler und Importeure als Multiplikatoren. Zu den Kunden der NORMA Group zählen etwa Distributoren, Fachgroßhändler, OEM-Kunden im Ersatzteilemarkt, Baumärkte und Anwender in kleineren Industriezweigen. Die Marken ABA®, Breeze®, Clamp-All®, CONNECTORS®, FISH®, Gemi®, ­Kimplas®, NDS®, NORMA®, Raindrip®, R.G.RAY®, Serflex®, TRUSTLENE® und TORCA® sollen technisches Know-how, eine hohe Qualität sowie Lieferzuverlässigkeit repräsentieren und entsprechen den technischen Normen der Länder, in denen sie verkauft werden.

Durch die Kombination von Know-how bei der Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen für Erstausrüster (OEMs) im Bereich EJT und der Bereitstellung hochwertiger standardisierter Markenprodukte über ein globales Vertriebsnetz (SJT) kann die NORMA Group nicht nur Cross-Selling-Effekte erzielen, sondern auch zahlreiche Synergien im Einkauf, der Produktion, der Logistik und im Vertrieb realisieren. Darüber hinaus profitiert die Gruppe aufgrund der Vielfalt des Produktangebots und der hohen Stückzahlen von wesentlichen Skalen- und Verbundeffekten, wodurch sie sich deutlich von ihren kleineren und meist stärker spezialisierten Wettbewerbern abhebt.

Die stetige Ausrichtung in den 2020 etablierten strategischen Geschäftsfeldern soll eine optimierte Fokussierung auf die jeweiligen Endmärkte und -kunden mit ihren spezifischen Anforderungen gewährleisten.

Produktportfolio

Die Produkte der NORMA Group lassen sich geschäftsfelderübergreifend auf Basis der verwendeten Technologie im Herstellungsprozess im Wesentlichen in die drei Produktkategorien Fluid (Fluidsysteme und Steckverbindungen), Fasten (metallische Befestigungsschellen und Verbindungselemente) und Water (Anwendungen im Bereich Wassermanagement) unterteilen.

Die Fluid-Produkte sind ein- oder mehrschichtige thermoplastische Steckverbindungen und Fluidsysteme, die aufgrund ihrer besonderen Beschaffenheit zu kürzeren Montagezeiten führen, einen sicheren Durchlauf von Flüssigkeiten oder Gasen gewährleisten und teilweise herkömmliche Produkte, wie Elastomerschläuche, ersetzen. Die Fluid-Produkte der NORMA Group finden bereits heute schon in Thermomanagementsystemen von Hybrid- und Elektrofahrzeugen Anwendung.

Im Bereich Fasten handelt es sich um eine breite Palette von Schellenprodukten und Verbindungselementen, die aus unlegierten Stählen oder Edelstahl hergestellt und vorwiegend zur Verbindung und Abdichtung von Schläuchen sowie Metall- und Thermoplastrohren verwendet werden.

Das Produktsortiment im Bereich Water umfasst Lösungen für die Anwendungsfelder Regenwassermanagement und Landschaftsbewässerung sowie Verbindungskomponenten für Infrastrukturlösungen im Wasserbereich.

Die hochentwickelte Verbindungstechnologie der NORMA Group kommt überall dort zum Einsatz, wo Leitungen, Rohre, Schläuche oder andere Systeme miteinander verbunden werden müssen. Da Verbindungstechnologie in nahezu jeder Branche eine wichtige Komponente darstellt, verfügt die NORMA Group über vielfältige Endmärkte. Dazu zählen neben der Automobil-, der Nutzfahrzeug- und der Luftfahrtindustrie auch das Baugewerbe, der Maschinenbau, die Pharmazeutik und die Biotechnologie. Weitere Endmärkte repräsentieren die Landwirtschaft sowie die Trinkwasser- und Bewässerungsindustrie. Auch im Konsumgütermarkt, beispielsweise in Haushaltsgeräten, finden die Produkte der NORMA Group Anwendung.

Zwar haben die Verbindungsprodukte der NORMA Group einen vergleichsweise geringen Wertanteil am Endprodukt des Kunden, dennoch sind sie im Einsatz vielfach funktionskritisch. Die konzernweite Einhaltung hoher Qualitätsstandards und ein stringentes Qualitätsmanagement spielen für die NORMA Group daher eine übergeordnete Rolle. QUALITÄTSMANAGEMENT Eine starke und auf regionale Wachstumsziele ausgerichtete Markenstrategie sowie die Sicherstellung einer erstklassigen Servicequalität und die jederzeitige Verfügbarkeit der Produkte sind darüber hinaus wichtige Erfolgsparameter. Dies stellt die NORMA Group über ein weltweites Vertriebsnetz sicher.

Markt- und Wettbewerbsumfeld

Mit ihren Produkten bietet die NORMA Group Lösungen für zahlreiche industrielle Anwendungen an. Durch die einzigartige Kombination von Know-how – sowohl in der Metall- als auch in der Kunststoffverarbeitung – und die breite Diversifizierung des Produktportfolios kann die NORMA Group ihren Kunden ein umfangreiches Portfolio an Lösungen für unterschiedliche Problemstellungen aus einer Hand anbieten. Dadurch grenzt sich der Konzern von den überwiegend auf einzelne Produktgruppen spezialisierten Wettbewerbern ab.

Im Bereich Engineered Joining Technology (EJT) und insbesondere in den Produktkategorien Fasten und Fluid bewegt sich die NORMA Group in einem stark fragmentierten Markt, der aufgrund der Vielzahl spezialisierter Industrieunternehmen durch eine sehr heterogene Struktur gekennzeichnet ist. In diesem Umfeld versteht sich die NORMA Group als Anbieter maßgeschneiderter, wertschaffender Lösungen, die in langfristigen Entwicklungspartnerschaften entstehen und sich somit am konkreten Bedarf des Kunden orientieren. Von ihren meist regional tätigen Wettbewerbern unterscheidet sich die NORMA Group hier insbesondere durch ihre internationale Geschäftsausrichtung sowie ihre industrieübergreifende Kundenbasis. Durch den starken Fokus auf Innovationen bietet die NORMA Group ihren Kunden besonders temperatur- und druckbeständige sowie gewichts- und montagezeitoptimierte Produkte, die sich vom Wettbewerb unterscheiden.

In der Automobilindustrie – dem traditionellen Kerngeschäft der NORMA Group – zeichnet sich seit einigen Jahren ein deutlicher Strukturwandel ab. Das Unternehmen hat sich bereits vor einigen Jahren im Bereich Elektromobilität positioniert und beobachtet aktuelle Entwicklungen und weitere Trends genau, um von etwaigen positiven Entwicklungen profitieren zu können. Mittlerweile verfügt die NORMA Group über ein breites Produktportfolio mit maßgeschneiderten Produkten und Systemlösungen für Anwendungen in Elektro- und Hybridfahrzeugen. Diese werden zum größten Teil in den bestehenden Produktionsstätten und auf denselben Anlagen produziert, auf denen auch die traditionellen Produkte für Benzin- und Dieselfahrzeuge hergestellt werden. Zum Angebot gehören neben Kühlsystemen für Pkw und Nutzfahrzeuge ebenso Produkte für die Ladeinfrastruktur, Lösungen für das Thermomanagement von Batterien und medienführende Systeme sowie Befestigungen und Verbindungen für Wasserstofffahrzeuge.

In dem deutlich stärker standardisierten Vertriebsweg Standardized Joining Technology (SJT) bewegt sich die NORMA Group in Massenmärkten und konkurriert vor allem mit Anbietern vergleichbarer standardisierter Produkte. Von diesen differenziert sie sich insbesondere durch ihre im Markt stark etablierten Marken, die das Ergebnis einer gezielten, auf die regionalen Bedürfnisse der Kunden ausgerichteten Markenpolitik sind. Darüber hinaus schätzen Kunden die hohe Servicequalität der NORMA Group. Für ihre Handelskunden stellt die NORMA Group ein komplettes und alle Endkundenbedürfnisse abdeckendes Sortiment bereit.

Strategie und Ziele

Wertsteigerung

Die Strategie der NORMA Group beinhaltet die Wertsteigerung des Unternehmens als zentrales Ziel, baut auf der erfolgreichen unternehmerischen Entwicklung der NORMA Group auf und stellt ein nachhaltiges Umsatzwachstum, eine Profitabilität über dem Branchendurchschnitt und einen effizienten Kapitaleinsatz in den Fokus. Auf dem Weg zur Erreichung dieser Ziele verfolgt die NORMA Group einen stakeholderbezogenen Ansatz, der sich sowohl an den Anforderungen der Kunden an innovative und wertschaffende Lösungen orientiert als auch die Interessen der Aktionär:innen, der Belegschaft und der Lieferanten berücksichtigt. Um diese Ziele zu erreichen, fokussiert sich die NORMA Group darauf, ihrer Belegschaft ein auf kontinuierliche Verbesserung ausgerichtetes Umfeld zu bieten und damit ihre Position als Arbeitgeber der Wahl zu stärken. Gleichzeitig sieht es die NORMA Group als zentralen Bestandteil ihrer unternehmerischen Verantwortung an, die Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit mit den Erwartungen und Bedürfnissen der Gesellschaft in Einklang zu bringen. Deshalb werden bei sämtlichen unternehmerischen Entscheidungen die Prinzipien einer verantwortungsvollen Unternehmensführung und nachhaltigen Handelns beachtet. Corporate Responsibility (CR), die Verantwortung der NORMA Group gegenüber Mensch und Umwelt, sieht der Vorstand daher als integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie. CR-BERICHT

Die Strategie zur langfristigen Wertsteigerung der NORMA Group basiert auf den folgenden wesentlichen Zielsetzungen und strategischen Maßnahmen:

Profitables Wachstum

Die Steigerung des Unternehmenswerts ist das oberste Ziel der NORMA Group. Daher steht in jedem Regionalsegment der fortwährend profitable Ausbau der Geschäftstätigkeiten im Vordergrund. Durch die kontinuierliche Ausweitung von Anwendungslösungen bei Bestandskunden und die Identifizierung und Gewinnung neuer Kunden werden die Geschäftsaktivitäten stetig ausgebaut und die internationale Präsenz damit zunehmend gestärkt. Kern der Wachstumsstrategie der NORMA Group sind dabei die selektive Ergänzung des Produktportfolios, die Erweiterung der regionalen Präsenz sowie der Ausbau der Marktposition in den strategischen Geschäftsfeldern Wassermanagement (Water Management), Industrieanwendungen (Industry Applications) sowie Mobilität und Neue Energien (Mobility and New Energy). Bei der Identifizierung ihrer Geschäftsfelder legt die NORMA Group einen Fokus auf Märkte mit attraktiven Margen, anspruchsvollen Produkten, stark wachsenden Umsatzpotenzialen sowie einer fragmentierten Wettbewerbsstruktur. Hierbei profitiert die NORMA Group von zentralen globalen Megatrends: Während beispielsweise der Klimawandel den Bedarf nach emissionsarmen Technologien erhöht, bietet die zunehmende Ressourcenknappheit attraktive Wachstumspotenziale, insbesondere für das Wassergeschäft der NORMA Group. 

Selektives Produktportfolio

Die technologischen Anforderungen an die Endprodukte der NORMA-GroupKunden verändern sich fortlaufend. In nahezu jedem Industriezweig spielen dabei das zunehmende Umweltbewusstsein, Ressourcenknappheit und der wachsende Kostendruck eine große Rolle. Hinzu kommen verbindliche Vorgaben durch den Gesetzgeber, die sich insbesondere in der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie durch strengere Emissionsvorschriften oder besondere Anforderungen an die eingesetzten Materialien verschärfen. Damit einher geht auch der zunehmende technologische Wandel, weg vom herkömmlichen Verbrennungsmotor hin zu alternativen Antriebstechnologien wie dem Hybrid-, Elektro- und Wasserstoffantrieb. RECHTLICHE UND REGULATORISCHE EINFLUSSFAKTOREN Diese Rahmenbedingungen formen den Ausgangspunkt bei der Entwicklung neuer Produkte. Die NORMA Group fokussiert sich dabei auf wertsteigernde Lösungen, die ihre Kunden bei der Reduktion von Emissionen, Leckagen, Gewicht, Raum und Montagezeit unterstützen. Ein wesentlicher Fokus liegt hierbei auch auf dem Bereich des Thermomanagements von Fahrzeugen. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Mit ihrem umfangreichen Produktportfolio für Anwendungen in der Landschaftsbewässerung, dem Regenwassermanagement sowie bei Infrastrukturlösungen im Wasserbereich unterstützt die NORMA Group in ihrem strategischen Geschäftsfeld Wassermanagement ihre Kunden dabei, den Einsatz knapper Ressourcen gezielt zu optimieren. Um den mit jedem neuen Produktionszyklus steigenden Anforderungen der Kunden gerecht zu werden, nehmen Innovationen eine entscheidende Rolle ein. Daher arbeiten bei der NORMA Group mehr als 300 Ingenieure:innen und Entwickler:innen permanent an der Entwicklung neuer Produkte sowie der Optimierung bestehender Prozesse und Systeme.

Um die Innovationskraft nachhaltig zu stärken, plant der Konzern jährlich rund 3 % des Umsatzes für Aufwendungen in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ein. Im Wesentlichen betreffen die F&E-Aufwendungen dabei Entwicklungen in den Bereichen Mobilität und Neue Energien und machen rund 5 % des Umsatzes in diesem Bereich aus. Mit zunehmender Relevanz und strategischem Fokus auf den Bereich Wassermanagement nehmen jedoch auch dort die F&E-Aktivitäten zu. Aus diesem Grund inkludiert die NORMA Group seit dem Berichtsjahr 2020 die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Bereichs Wassermanagement in die Berechnung der F&E-Aufwendungen und zieht zur Ermittlung der F&E-Quote den Gesamtumsatz als Referenzwert heran. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Ergänzung des organischen Wachstums durch selektive Akquisitionen

Mithilfe gezielter Akquisitionen trägt die NORMA Group zur Stärkung des Wachstums und zum Ausbau ihres Geschäfts bei. Unternehmenszukäufe sind daher ein integraler Bestandteil der langfristigen Wachstumsstrategie. Die NORMA Group beobachtet die Entwicklung in den strategischen Geschäftsfeldern Wassermanagement, Industrieanwendungen sowie Mobilität und Neue Energien fortlaufend und trägt mit gezielten Zukäufen zu deren Konsolidierung bei. Seit dem Börsengang im Jahr 2011 hat die Gruppe insgesamt 14 Unternehmen erworben und in den Konzern integriert. Im Fokus der M&A-Aktivitäten stehen stets Unternehmen, die dazu beitragen, die strategischen Ziele der NORMA Group zu realisieren, die Wettbewerbsposition zu stärken und / oder Synergien zu schaffen. Die Erhaltung des Wachstums und der hohen Profitabilität spielen dabei ebenso eine zentrale Rolle. Bei der Suche nach geeigneten Unternehmen liegt der Schwerpunkt auf den Bereichen Wassermanagement und Automotive. In der schnell wachsenden Wasserindustrie hat sich die NORMA Group seit dem Erwerb des US-Wasserspezialisten National Diversified Sales (NDS) im Geschäftsjahr 2014 eine etablierte Marktposition aufgebaut, die durch weitere Akquisitionen in diesem Bereich gestärkt und ausgebaut werden soll.

Strategische und regionale Wachstumsinitiativen

Um die in ihrer Strategie verankerten Ziele zu erreichen, treibt die NORMA Group ausgewählte Initiativen in den einzelnen Regionen und strategischen Geschäftsfeldern voran. Diese beinhalten insbesondere den konsequenten Ausbau des Wassergeschäfts in allen Regionen. Die bereits etablierten Aktivitäten im Bereich Wassermanagement in Amerika sollen dabei durch den weiteren Ausbau von Online- und E-Commerce-Kanälen gestärkt werden. Auch in den Regionen Asien-Pazifik und EMEA steht die Expansion des Wassergeschäfts im Fokus. Dabei werden die bestehenden Strukturen genutzt, um das Wassergeschäft in der Region Asien-Pazifik weiter voranzutreiben. In der Region EMEA sind auch Akquisitionen im Bereich des Wassermanagements denkbar.

Innerhalb der Industrieanwendungen liegt der Fokus auf einem aktiven Portfoliomanagement und einer gezielten Markenstrategie. Auch in diesem Geschäftsfeld sollen die E-Commerce-Initiativen, insbesondere in der Region EMEA, gestärkt werden. Durch die weitere Lokalisierung der Produktion, eine gezielte Ausweitung des Produktangebots und die Konzentration auf schnell wachsende Märkte soll das Industriegeschäft in Asien-Pazifik weiter ausgebaut und gleichzeitig noch profitabler werden.

Auch ihre Aktivitäten im Bereich Mobilität und Neue Energien will die NORMA Group global weiter ausbauen. Dabei fokussiert sie sich auf ausgewählte und auf die Anforderungen ihrer Kunden ausgerichtete, gewinnbringende Anwendungen. Gleichzeitig ist es Ziel der NORMA Group, ihre vorrangige Marktposition in allen Regionen durch eine stetige Verbesserung der Kostenstrukturen zu verteidigen.